Berner Sennenhunde in Not

Ein Tierheim in Suceava, Rumänien


Am Montag, kurz vor 24.00 Uhr sind wir nach Flug und 5 1/2 Stunden Autofahrt in Suceava angekommen. Am nächsten Morgen war langes Ausschlafen nicht vorgesehen. Wir sind mit befreundeten rumänischen Tierschützern verabredet. Der erste Weg soll in das „public Shelter“, also das städtische Tierheim von Suceava, führen.

Am Eingang kontrollieren mit Knüppeln bewaffnete Sicherheitskräfte. Wir müssen unsere Ausweise abgeben, unsere Daten werden notiert. Danach dürfen wir uns überall frei bewegen, wir sollen aber nicht fotografieren. Unsere rumänische Begleitung meint aber Fotos wären kein Problem und erlaubt.

Es ist bedrückend. Und das ist freundlich gesagt. In diesem Tierheim leben ca. 800 Hunde unter schrecklichen Bedingungen. Es gibt einen alten und einen neuen Teil. Im alten Teil sind die Ausläufe in einem verheerenden Zustand. Trotzdem sind in jedem Auslauf mindestens fünf oder noch mehr Hunde.

Der neue Teil macht einen besseren Eindruck. Allerdings soll der alte Teil des Tierheims abgerissen werden, bzw. wird schon abgerissen und die Hunde werden in die neuen Ausläufe gebracht, die jetzt schon voll sind. Wie es dann aussieht möchten wir uns gar nicht vorstellen.

Die Aufgabe der Sicherheitskräfte ist es, darauf zu achten, dass keine Hunde aus dem Tierheim geklaut werden und wieder auf der Straße landen. Ob die Hunde z.B. genügend zu trinken haben, wird nicht kontrolliert.

Das Tierheim ist schrecklich überbelegt. Die wenigen Mitarbeiter schaffen es nicht, auch nur einen ganz kleinen Mindeststandard aufrecht zu erhalten. Unmöglich.

Seit einigen Monaten beteiligt sich auch die Stadt Suceava an der Finanzierung des Tierheims. Diese Beteiligung der Stadt soll durch ständigen Druck ausländischer Tierschützer, die permanent im Rathaus vorstellig geworden sind, ermöglicht worden sein. Ein positives Ergebnis.

Unsere rumänischen Tierschutzfreunde laufen durch das Tierheim. Sie waren morgens im Rathaus und haben die Genehmigung, fünf Hunde aus dem Tierheim zu übernehmen. Am nächsten Tag noch einmal fünf weitere Hunde. Diese Hunde werden in ein privates Tierheim gebracht und dann nach Deutschland oder Belgien vermittelt. Keine leichte Aufgabe.

Wir verlassen das Tierheim mit einem beklemmenden Gefühl. Für hunderte von Hunden herrschen hier furchtbare Zustände und eine Besserung ist absolut nicht zu erwarten.