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Tomke - das BSiN Weihnachtsmärchen 2016

Tomke - das BSiN Weihnachtsmärchen 2016


Schaue dem Licht entgegen, dann fallen alle Schatten hinter dich

Wie beschreibt man das Leben eines Hundes, das bisher keins war? Im Juli 2007 wurde Tomke, so heißt er inzwischen, in Polen geboren. Ob es auf der Straße geschah, in einem Hinterhof oder schon im Tierheim, wir wissen es nicht. Der kleine Welpe kam sicher mit Optimismus und Offenheit in diese Welt, gespannt darauf, das Leben in sich aufzusaugen, zu lernen, zu spielen und sein Herz zu verschenken. Aber wie macht man all das in einem Tierheim? Zwischen vielen anderen Hunden, bei denen man sich behaupten muss? Immer im Kampf um Wasser, Futter, einen Ruheplatz. Es wäre schön gewesen, wenn es Menschen gegeben hätte, die durch einen freundlichen Blick, ein liebes Wort oder eine kleine Liebkosung für einen Moment so etwas wie Zuneigung zu Tomke gezeigt hätten. Aber solche Menschen gab es nicht. Im Gegenteil: Tomke und einige seiner Weggefährten wurden über Jahre hinweg angeschrien, geschlagen und getreten. Schon bald vertrauten sie niemandem mehr, reagierten nicht auf Ansprache und wollten sich auch nicht mehr anfassen lassen. Die "Wilden", die "Unnahbaren", die "Unantastbaren" wurden sie genannt.

So vergingen die Jahre. Aus dem kleinen Welpen wurde ein Senior, der nie etwas anderes kennenlernen durfte als die trostlose Welt hinter den Tierheimtoren. Inzwischen neun Jahre alt, mit Rückenschmerzen, Arthrose, erblindet auf einem Auge - an eine Vermittlung von Tomke, der sich völlig von Menschen zurückgezogen hatte, war gar nicht mehr zu denken.

Ein kleines Wunder

Dann wechselte das Pflegepersonal des Tierheims und es geschah ein kleines Wunder: Eine liebe Tierschützerin beschäftigte sich näher mit der Hundegruppe rund um Tomke. Sie nahm sich Zeit, agierte sehr umsichtig und schaffte es, dass einige der Hunde zutraulicher wurden. Die größten Fortschritte konnte sie bei Tomke beobachten. Er nahm irgendwann Leckerlies aus der Hand und ließ sich zart berühren. Irgendetwas schien an Lebensenergie und Neugierde in ihm wach geblieben zu sein! Tomke wurde - und wird - von Tag zu Tag offener. Trotz seiner Größe und seines Alters hüpft er manchmal vor Freude herum als sei eine große Last von ihm gefallen.

Dann der vorsichtige Gedanke "Gibt es vielleicht außerhalb Polens die Chance auf eine Vermittlung?". Ende August erreicht diese Anfrage BSiN, denn es war bereits gelungen Tomkes Bruder glücklich in eine BSiN - Familie zu vermitteln. Nach kurzer Überlegung fiel die Entscheidung für Tomke eine Pflegestelle zu suchen. Sichtlich ergriffen vom Schicksal dieses Hundes gab es viele mitfühlende Kommentare, aber ein Pflegekörbchen fand sich nicht. Was niemand ahnte: Tomke hatte sich still und leise in das Herz eines Menschen geschlichen. Doch dieses Herz war schwer und traurig, hatte es doch Abschied nehmen müssen von einem geliebten Wegbegleiter. Aber da war dieses kleine Licht ...

Tomke findet eine Familie

In der tiefen Überzeugung, Tomke so annehmen zu können, wie er ist, ihn zu lieben trotz oder gerade wegen seiner Eigenarten und Gebrechen, ihm Zeit und Raum geben zu können um Vertrauen und Lieben zu lernen, schreibt dieser besondere Mensch eine Bewerbung für diesen besonderen Hund.

Tomke weiß es noch nicht, aber für ihn wird das BSiN - Weihnachtsmärchen in diesem Jahr wahr: Er bekommt das erste Mal im Leben eine eigene Familie.

Wir sind überglücklich, ergriffen und staunend zugleich, dass diese Lebensbahnen nun ineinander fließen.

"Es ist besser ein einziges kleines Licht anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen (Konfuzius). In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, lieber Tomke!

 

Tomke - das BSiN Weihnachtsmärchen 2016
Tomke - das BSiN Weihnachtsmärchen 2016
Tomke - das BSiN Weihnachtsmärchen 2016
Tomke - das BSiN Weihnachtsmärchen 2016